Öko-Menstruation ist ein Trend, der leider oft missverstanden wird.
Wir neigen dazu, die „umweltfreundlichen“ Eigenschaften bestimmter Hygieneprodukte zu übertreiben. Wie steht es um biologisch abbaubare Binden, die bei Verbraucherinnen immer beliebter werden? Was sind biologisch abbaubare Binden und warum sind sie die bessere Wahl?
Dies ist eine Eigenschaft von Produkten, die durch Mikroorganismen in einer völlig natürlichen Umgebung zersetzt werden können. An dem Zersetzungsprozess solcher Produkte sind unter anderem Pilze und Bakterien beteiligt.
Biologisch abbaubare Binden sind Hygieneprodukte, die nach dem Gebrauch und entsprechender Entsorgung durch natürliche Prozesse effizient zersetzt werden. So wird die negative Auswirkung auf die Umwelt minimiert.
Damit sich eine umweltfreundliche Binde auf diese Weise zersetzt, muss sie jedoch aus geeigneten Materialien bestehen. Der Kunststoffanteil muss minimiert werden – was bei herkömmlichen Binden schwer zu erreichen ist. Überraschend, oder?
Worauf sollte man also beim Kauf von Binden achten?
Zunächst auf die Herkunft des Vliesstoffes, der mit der Haut in Kontakt kommt – ist er pflanzlichen Ursprungs oder biologisch abbaubar?
Zweitens auf die „Folie“, die das Auslaufen verhindert – ist sie biologisch abbaubar?
Woraus besteht der saugfähige Kern der Binde?
Sind biologisch abbaubare Binden das Gleiche wie umweltfreundliche Binden?
Wusstest du, dass biologisch abbaubar nicht gleich umweltfreundlich ist? Diese beiden Begriffe gleichzusetzen ist ein Fehler. Eine kurze Erklärung:
Biologisch abbaubare Binden zersetzen sich schnell durch natürliche Prozesse – wie jedes andere biologisch abbaubare Produkt auch. „Öko“ ist ein viel breiter gefasster Begriff – er umfasst viele Aspekte wie Materialherkunft, Produktionsmethoden, Transport und Entsorgung des Produkts. In Europa gibt es derzeit mehrere anerkannte Zertifizierungen, die die Umweltfreundlichkeit eines Produkts zuverlässig überprüfen – etwa das EU Ecolabel.
Das EU Ecolabel bedeutet, dass Produkte mit diesem Zeichen so entworfen wurden, dass ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt während ihres gesamten Lebenszyklus minimiert werden – vom Rohstoffabbau über die Produktion, Verpackung und den Transport bis hin zur Entsorgung.
Ein Produkt kann auch als ökologisch gelten, wenn es nicht biologisch abbaubar ist, aber z. B. perfekt recycelbar. Biologische Abbaubarkeit ist nicht immer ein Indikator für Umweltfreundlichkeit, wenn man den gesamten Lebenszyklus eines Produkts betrachtet.
Fakten über Binden
Hier ein paar Fakten!
· Herkömmliche Binden können Plastik enthalten, das im Schnitt 450 Jahre zum Zersetzen braucht.
· Jede Frau verwendet in ihrem Leben mehrere tausend Binden und Tampons.
· Im Schnitt benutzen wir etwa 130 kg Einwegprodukte für die Intimhygiene im Laufe unseres Lebens.
Biologisch abbaubare Binden
Wenn du dich für umweltfreundliche Produkte entscheidest – etwa biologisch abbaubare Binden oder solche mit einem Öko-Zertifikat – tust du dir selbst und der Umwelt etwas Gutes. Schätzungen zufolge wird es bis 2050mehr Plastik als Meerestiere in den Ozeanen geben. Gruselig, oder?
Plastik braucht nicht nur sehr lange, um sich zu zersetzen, sondern schadet auch Lebewesen. Deshalb empfehlen wir dir: lies die Inhaltsstoffe von Produkten und achte auf verlässliche Zertifizierungen.